Wärmepumpe

Wärmepumpe & Fußbodenheizung

Die ideale Kombination für effizienten Niedertemperatur-Betrieb. Fußbodenheizungen brauchen wenig Vorlauftemperatur, Wärmepumpen lieben genau das. Das Ergebnis: maximale Effizienz und niedrige Betriebskosten.

Ideale Kombination
Vorlauf max. 35 °C
COP bis 5,0 möglich
Das Prinzip

Warum passen FBH und Wärmepumpe so gut zusammen?

Fußbodenheizungen geben Wärme großflächig ab und benötigen dafür nur 30 bis 40 °C Vorlauftemperatur. Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je geringer der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Vorlauf ist. Beides passt perfekt zusammen.

Niedertemperatur-Betrieb

Fußbodenheizungen benötigen Vorlauftemperaturen von 30 bis 40 °C. Radiatoren dagegen oft 55 bis 70 °C. Wärmepumpen sind bei niedrigen Vorlauftemperaturen deutlich effizienter.

COP steigt mit jedem Grad

Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur steigert den COP um etwa 2 bis 2,5 %. Bei einer Absenkung von 55 °C auf 35 °C steigt die Effizienz um bis zu 50 %.

Systemeffizienz nutzen

Eine Wärmepumpe mit COP 4,0 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Heizwärme. Dieser Wert ist nur erreichbar, wenn das Wärmeabgabesystem mitspielt.

Technische Darstellung

Systemübersicht: Wärmepumpe mit Fußbodenheizung

Vergleich

Fußbodenheizung vs. Radiatoren im Wärmepumpenbetrieb

30–40 °CVorlauf FBH

Niedrige Vorlauftemperatur

Fußbodenheizungen geben Wärme großflächig ab und brauchen nur geringe Temperaturen.

40–60 %weniger Strom

Geringerer Stromverbrauch

Wärmepumpen mit FBH verbrauchen deutlich weniger Strom als mit Radiatoren (55 bis 70 °C).

Bis 50 %mehr Effizienz

Längere Lebensdauer

Weniger Verdichterlast durch niedrige Vorlauftemperaturen schont die Wärmepumpe.

Fußbodenheizung + Wärmepumpe

  • COP 4,0 bis 4,5 bei 35 °C Vorlauf
  • Große Heizfläche, gleichmäßige Wärmeverteilung
  • Geringer Verdichterverschleiß
  • 800 bis 1.200 € weniger Stromkosten pro Jahr
  • Auch Teilnachrüstung in Haupträumen wirksam

Radiatoren + Wärmepumpe

  • COP nur 2,5 bis 3,0 bei 55 °C Vorlauf
  • Kleine Heizfläche, hohe Temperatur nötig
  • Hohe Verdichterlast, schnellerer Verschleiß
  • 40 bis 60 % höherer Stromverbrauch
  • Vorlauftemperatur oft nicht ausreichend absenkbar

Im direkten Betriebskostenvergleich zeigt sich der Vorteil besonders deutlich: Eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung erreicht einen COP von 4 bis 5, das bedeutet, 1 kWh Strom erzeugt 4 bis 5 kWh Wärme. Bei einem Strompreis von 30 ct/kWh liegen die Wärmekosten damit bei ca. 0,07 bis 0,08 €/kWh. Eine Gasheizung erzeugt Wärme bei 12 ct/kWh Gaspreis für ca. 0,12 bis 0,13 €/kWh, also rund 40 bis 50 % teurer.

Auch eine Teilnachrüstung in den Hauptwohnräumen, kombiniert mit Niedertemperatur-Heizkörpern in Nebenräumen, senkt die Vorlauftemperatur spürbar. Wärmepumpe, FBH und Gebäudehülle müssen als Gesamtsystem geplant werden.

Effizienz

COP und Vorlauftemperatur: So hängt beides zusammen

Der COP (Coefficient of Performance) gibt an, wie viel Heizwärme eine Wärmepumpe pro kWh Strom erzeugt. Er hängt stark von der benötigten Vorlauftemperatur ab.

Vorlauf 35 °CCOP ~4,5
Vorlauf 40 °CCOP ~3,8
Vorlauf 45 °CCOP ~3,2
Vorlauf 55 °CCOP ~2,5

Richtwerte für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bei einer Außentemperatur von ca. 7 °C (A7/W35 bis A7/W55). Tatsächliche COP-Werte hängen von Gerät, Gebäude und Betriebsbedingungen ab.

Mit Fußbodenheizung (VT 35 °C) statt Radiatoren (VT 55 °C) steigt der COP um rund 80 % auf etwa 4,5.

Bestandssysteme

Bestehende FBH fit für die Wärmepumpe

Eine vorhandene Fußbodenheizung muss in vielen Fällen nur optimiert, nicht ersetzt werden. Diese Schritte sind typisch.

Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B

Der Abgleich nach Verfahren B berechnet die exakten Durchflussmengen für jeden Heizkreis auf Basis der Heizlastberechnung. Voraussetzung für niedrige Vorlauftemperaturen.

Vorlauftemperatur schrittweise senken

Die Vorlauftemperatur wird stufenweise abgesenkt und dabei beobachtet, ob alle Räume noch ausreichend warm werden. Ziel ist die geringstmögliche Vorlauftemperatur.

Heizkurve optimieren

Die Heizkurve an der Wärmepumpensteuerung wird an das Gebäude angepasst. Sie bestimmt, bei welcher Außentemperatur welche Vorlauftemperatur gefahren wird.

Einzelraumregelung prüfen

Thermostatköpfe an den Heizkreisverteilern können den Gesamtwirkungsgrad senken. Bei gut abgeglichenen Systemen empfehlen sich oft offene Stellantriebe ohne ständiges Regeln.

Durchflussmengen an den Verteilern anpassen

Die Durchflussmengenmesser am Heizkreisverteiler werden auf die berechneten Sollwerte eingestellt. Das verhindert hydraulische Fehler im System.

Bodenbelag auf Wärmeleitwiderstand prüfen

Dicke Teppiche oder ungünstige Holzböden erhöhen den Wärmedurchlasswiderstand. Ziel ist ein Rth-Wert unter 0,15 m²K/W, damit die Heizfläche effektiv arbeitet.

Praxiswissen

Bestandsgebäude auf Wärmepumpe umrüsten: Der Systemcheck

Vorlauftemperatur prüfen

Viele Anlagen in NRW laufen mit 50 bis 65 °C, obwohl das Gebäude gedämmt ist. Schrittweise Absenkung zeigt den tatsächlichen Spielraum.

Heizflächen bewerten

FBH-Nachrüstung in Hauptwohnräumen, optimierte Niedertemperatur-Heizkörper in Nebenräumen. Nicht jeder Raum braucht eine FBH.

Hydraulischen Abgleich durchführen

Abgleich nach Verfahren B stellt sicher, dass jeder Heizkreis exakt die benötigte Wassermenge erhält. Pflicht für wirtschaftlichen Betrieb.

40–45 °Cmax. Vorlauf

Grenze im Altbau

Oberhalb sinkt der COP so stark, dass die Stromkosten den Gaspreisvorteil aufheben.

DIN 12831Heizlast

Berechnung pro Raum

Grundlage für Dimensionierung der Wärmepumpe und Bewertung vorhandener Heizflächen.

Verfahren BAbgleich

Hydraulischer Abgleich

Berechnet exakte Durchflussmengen für jeden Heizkreis auf Basis der Heizlastberechnung.

Der hydraulische Abgleich ist keine optionale Empfehlung, sondern Voraussetzung für wirtschaftlichen Wärmepumpenbetrieb im Bestand.

Wärmequellen

Welche Wärmepumpe passt zu Ihrer FBH?

Am häufigsten

Luft-Wasser-Wärmepumpe

  • Einfache Installation, kein Erdaushub
  • Geringste Investitionskosten
  • Für fast jedes Gebäude geeignet
COP sinkt bei tiefen AußentemperaturenCOP 2,5–4,5
Hoher COP

Sole-Wasser-Wärmepumpe

  • Erdwärme als konstante Wärmequelle
  • Höherer Jahres-COP als Luft-WP
  • Unabhängig von Außentemperatur
Erdkollektor oder Tiefenbohrung nötigCOP 3,5–5,0
Höchster COP

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

  • Grundwasser als Wärmequelle
  • Höchster erreichbarer Jahres-COP
  • Stabile Quellentemperatur ganzjährig
Wasserrechtliche Genehmigung erforderlichCOP 4,0–6,0
Förderung

Bis zu 70 % Förderung beim Heizungstausch

KfW 458 – Heizungsförderung

  • Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten
  • Klimageschwindigkeitsbonus: +20 % beim Tausch einer Öl- oder Gasheizung
  • Einkommensbonus: +30 % für Haushalte mit Einkommen bis 40.000 €/Jahr
  • Maximale Förderquote: 70 %
  • Förderfähige Kosten: bis 30.000 € für Ein- und Zweifamilienhäuser

Wichtig zu wissen

Die Förderung gilt für die Wärmepumpe inkl. Installation. Die begleitende Optimierung der Fußbodenheizung (hydraulischer Abgleich) ist als Begleitmaßnahme ebenfalls förderfähig.

Der Antrag muss vor Beauftragung gestellt werden. Wir unterstützen Sie bei der Vorbereitung der notwendigen Unterlagen.

Häufige Fragen

Fragen zu Wärmepumpe und FBH

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