
Fußbodenheizung Trockensystem
Vorgefertigte Systemplatten mit Aluminium-Wärmeleitblechen nehmen die Heizrohre auf, ohne dass Nassestrich nötig ist. Der Aufbau beginnt ab 20 mm, das Gewicht bleibt gering. Ideal für Holzbalkendecken und bewohnte Gebäude.
So funktioniert das Trockensystem
Beim Trockensystem werden vorgefertigte Systemplatten verlegt, die Aluminium-Wärmeleitbleche mit eingeprägten Kanälen enthalten. Die Heizrohre rasten in die Kanäle ein und übertragen die Wärme über die Bleche gleichmäßig an den Bodenbelag.
Untergrund vorbereiten
Der Untergrund wird gereinigt, auf Ebenheit geprüft und ggf. ausgeglichen. Unebenheiten über 3 mm werden mit Ausgleichsmasse beseitigt.
Systemplatten verlegen
Vorgefertigte Platten mit integrierten Aluminium-Wärmeleitblechen werden fugendicht verlegt. Die Kanäle richten sich nach dem Verlegemuster.
Heizrohre einlegen
Heizrohre werden in die vorgefertigten Kanäle der Wärmeleitbleche eingedrückt und an den Heizkreisverteiler angeschlossen.
Trockenestrich aufbringen
Trockenestrich-Elemente werden direkt auf die berohrten Platten verlegt. Danach ist der Untergrund sofort für den Bodenbelag bereit.
Schichtaufbau im Detail: Was steckt im Boden?
Minimaler Aufbau
Gesamthöhe über dem Untergrund, je nach Systemvariante und Dämmstärke.
Sofort belegbar
Kein Nassestrich bedeutet keine Wartezeit. Bodenbelag direkt nach Verlegung möglich.
Drei- bis viermal leichter
Ideal für Holzbalkendecken und statisch begrenzte Altbauten.
Systemplatten mit Wärmeleitblechen
EPS-, Holzfaser- oder Mineralwolleplatten mit eingefrästen Kanälen. Aluminium-Wärmeleitbleche (0,3 bis 0,5 mm) verteilen die Wärme über die gesamte Plattenbreite.
Heizrohre im Schneckenverfahren
PE-RT oder PE-Xa Rohre (16 bis 17 mm) nach DIN 16893. Verlegeabstand 125 oder 150 mm, je nach Heizlast und Vorlauftemperatur.
Trockenestrich als Lastverteilung
Gipsfaserplatten (20 bis 25 mm) werden verklebt und verschraubt. Geschlossene Oberfläche, direkt belegbar mit Fliesen, Parkett oder Vinyl.
Welche Systemplatten und Trockenestrich-Elemente zum Einsatz kommen, legen wir bei der Planung fest. Entscheidend sind Deckenkonstruktion, Trittschallanforderungen und die benötigte Heizleistung.
Wann eignet sich ein Trockensystem?
Geeignet
- Holzbalkendecken mit geringer Tragfähigkeit
- Räume mit knapper verfügbarer Aufbauhöhe
- Bewohnte Gebäude ohne lange Bauunterbrechung
- Räume ohne Möglichkeit für Nassestrich
- Leichte Deckenkonstruktionen im Altbau
Nicht geeignet
- Neubauten mit Nassestrich-Option (günstiger)
- Räume mit Feuchtebelastung ohne Abdichtung
- Sehr unebene Untergründe ohne Ausgleich
- Flächen unter 10 m² (unwirtschaftlich)
Ob ein Trockensystem für Ihr Objekt sinnvoll ist, klären wir bei der Bestandsaufnahme vor Ort. Deckenkonstruktion, Aufbauhöhe und Untergrundqualität werden geprüft, bevor wir ein Angebot erstellen.
Warum Trockensystem? Die Vorteile.
Kein Nassestrich
Keine Trocknungszeit von 3 bis 4 Wochen. Das System ist nach der Verlegung und Druckprüfung sofort bereit für den Bodenbelag.
Geringes Gewicht
Der Systemaufbau wiegt ca. 20 kg/m². Damit ist das Trockensystem deutlich leichter als Nassestrich und schont alte Deckenkonstruktionen.
Niedrige Aufbauhöhe
Der Aufbau beginnt ab 20 mm. Türen, Schwellen und Übergänge müssen seltener angepasst werden als bei Nassestrich-Systemen.
Schnelle Reaktionszeit
Aluminium-Wärmeleitbleche leiten die Wärme schnell an den Bodenbelag weiter. Das System reagiert zügig auf Temperaturänderungen.
Sofort belegbar
Nach der Druckprüfung können Trockenestrich und Bodenbelag direkt aufgebracht werden. Kein Warten auf Estrichtrocknung.
Förderfähig
Das Trockensystem als Nachrüstverfahren ist über KfW 458 und BAFA BEG-EM förderfähig, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Im Vergleich zum klassischen Nassestrich entfällt beim Trockensystem die 4 bis 6 Wochen lange Trocknungszeit komplett. Das deutlich geringere Gewicht von ca. 20 kg/m² statt 80 bis 120 kg/m² macht das System besonders geeignet für Holzbalkendecken in Altbauten. Der Bodenbelag kann direkt nach der Verlegung und Druckprüfung installiert werden.
Was kostet ein Trockensystem?
Transparente Kalkulation: Heizsystem und Wiederherstellung getrennt, damit Sie genau wissen, wofür Sie zahlen.
* Alle Preise sind Richtwerte inkl. MwSt. Der tatsächliche Preis hängt von Fläche, Systemplattentyp und Untergrundvorbereitung ab.
Was beim Trockensystem oft unterschätzt wird
Trittschall und Akustik
Zusätzliche Trittschalldämmung (20 bis 30 mm Mineralwolle oder EPS) unter den Systemplatten. Pflicht in Mehrfamilienhäusern nach DIN 4109, empfohlen auch bei Holzbalkendecken.
Wärmepumpe oder Gasheizung
Aluminium-Wärmeleitbleche ermöglichen niedrige Vorlauftemperaturen (30 bis 35 °C). Ideal für Wärmepumpen mit hoher Jahresarbeitszahl. Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.
Platten richtig verlegen
Fugendichte Verlegung verhindert Wärmebrücken. Passgenauer Zuschnitt an Wänden, Erkern und Nischen. Oft 20 bis 30 Sonderzuschnitte pro Raum nötig.
Rohrführung, Anbindeleitungen und Kreuzungsvermeidung planen wir vor der Verlegung. Die Detailplanung passiert am Schreibtisch, nicht auf der Baustelle.
Trockensystem vs. Fräsen: Was passt wann?
Trockensystem
- Kein vorhandener Estrich notwendig
- Ideal für Holzbalkendecken
- Geeignet bei jeder Untergrundart
- Höhere Materialkosten (80-140 €/m²)
- Schnelle Umsetzung ohne Trocknungszeit
Empfehlung: Bei Holzbalkendecken, fehlender Estrichbasis oder wenn der Untergrund für das Fräsen nicht geeignet ist.
Fräsverfahren
- Setzt vorhandenen Zementestrich voraus
- Keine zusätzliche Aufbauhöhe
- Günstigere Materialkosten (30-70 €/m²)
- Staubarmes Arbeiten mit Absaugtechnik
- Estrich bleibt erhalten und wird genutzt
Empfehlung: Bei vorhandenem, tragfähigem Zementestrich ab 4 cm Dicke und wenn Aufbauhöhe keine Rolle spielt.
Fragen zum Trockensystem
Passt ein Trockensystem zu Ihrem Objekt?
Wir prüfen vor Ort Deckenkonstruktion, Aufbauhöhe und Untergrundqualität. Erst dann erstellen wir ein Angebot. Kostenlos und unverbindlich.