
Was kostet eine Fußbodenheizung?
Neubau, Nachrüstung, Fräsen, Trockenbau oder elektrisch: Alle Systeme im Kostenvergleich. Transparent aufgeschlüsselt, damit Sie Angebote richtig vergleichen können.
Alle Systeme im Kostenvergleich
Reine Heizsystemkosten ohne Demontage und Wiederherstellung. Die tatsächlichen Gesamtkosten hängen vom Bestand ab. Im Neubau ist die Fußbodenheizung günstiger, weil sie direkt in der Rohbauphase eingeplant wird. Bei der Nachrüstung im Altbau kommen zusätzliche Kosten für Rückbau und Wiederherstellung des Bodenbelags hinzu.
Neubau (Nasssystem)
Einbaukosten
- Inkl. Rohre, Verteiler, Regelung
- Estrich und Dämmung oft separat
- Günstigstes System pro m²
Fräsen (Altbau)
Fräsen + Verlegen
- Keine Aufbauhöhe
- Zementestrich ab 4 cm nötig
- Günstigstes Nachrüstverfahren
Trockenbau (Altbau)
Material + Einbau
- Ab ca. 20 mm Aufbauhöhe
- Jeder Untergrund möglich
- Ideal für Holzbalkendecken
Elektrisch
Material (Heizmatten)
- Günstigste Anschaffung
- Höchste Betriebskosten
- Nur als Zusatzheizung sinnvoll
Was viele Angebote nicht enthalten
Der €/m²-Preis für das Heizsystem ist nur ein Teil der Gesamtkosten. Die Wiederherstellung ist oft der größte Kostenblock und wird in vielen Angeboten nicht oder nur pauschal genannt.
Unsere Kalkulation: Wir trennen in jedem Angebot "Heizsystemkosten" und "Wiederherstellungskosten". So sehen Sie genau, wofür Sie zahlen, und können Angebote seriös vergleichen. Die Wiederherstellung ist oft der Kostenblock, der Angebote "sprengt", wenn er nicht von Anfang an transparent aufgeführt wird.
Was beeinflusst den Preis?
Systemwahl
Nasssystem, Fräsen, Trockenbau, Dünnschicht oder elektrisch. Jedes System hat unterschiedliche Material- und Arbeitskosten.
Untergrundzustand
Tragfähig, rissfrei, trocken? Je schlechter der Zustand, desto mehr Vorbereitung. Bei Fräsen: Estrichdicke entscheidend.
Rohrabstand
Engerer Rohrabstand = mehr Material, mehr Arbeitszeit, größerer Verteiler. Beeinflusst aber auch die Heizleistung.
Regelungstechnik
Standard-Thermostate oder Smart-Home? Raumweise Regelung ist Pflicht (§ 63 GEG), die Technik dahinter variiert stark im Preis.
Wiederherstellung
Neuer Bodenbelag, Spachteln, Türanpassungen. Oft der größte Einzelposten, in vielen Angeboten nicht oder nur pauschal enthalten.
Fläche
Größere Flächen senken den €/m²-Preis, da Fixkosten (Verteiler, Anschluss, An-/Abfahrt) auf mehr Quadratmeter verteilt werden.
Bis zu 70 % Förderung möglich
KfW 458: Heizungstausch
- Bis zu 70 % der förderfähigen Kosten
- Max. 30.000 € im Einfamilienhaus
- FBH als Umfeldmaßnahme förderfähig
- Hydraulischer Abgleich Voraussetzung
BAFA BEG-EM: Optimierung
- 15 % Grundfördersatz
- iSFP-Bonus möglich
- Heizungsanlage muss älter als 2 Jahre sein
- Verfahren B beim hydraulischen Abgleich
Realistische Kosten nach Raumgröße
Badezimmer
Fräsen oder Trockenbau
- Heizsystem400 bis 800 €
- Wiederherstellung600 bis 1.200 €
- Verteiler anteilig200 bis 400 €
- Hydraulischer Abgleich150 bis 300 €
Wohnzimmer
Fräsen oder Trockenbau
- Heizsystem1.500 bis 3.000 €
- Wiederherstellung1.800 bis 3.600 €
- Verteiler anteilig300 bis 600 €
- Hydraulischer Abgleich200 bis 400 €
Einfamilienhaus
Fräsen (Komplettumrüstung)
- Heizsystem4.800 bis 8.400 €
- Wiederherstellung6.000 bis 12.000 €
- Verteiler komplett800 bis 1.500 €
- Hydraulischer Abgleich500 bis 1.200 €
Hinweis: Alle Preise sind Richtwerte inkl. MwSt. für NRW (Stand 2026). Die tatsächlichen Kosten hängen vom Untergrundzustand, Bodenbelag und Systemwahl ab. Bei Förderung über KfW 458 können bis zu 70 % der förderfähigen Kosten erstattet werden.
Jährliche Heizkosten nach Energieträger
Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus mit 120 m² Heizfläche und einem jährlichen Wärmebedarf von ca. 10.000 kWh.
Gasbrennwert
- Gaspreis ca. 10 ct/kWh
- Vorlauftemperatur 35 °C optimal
- Brennwerteffekt voll nutzbar
Wärmepumpe
- Strompreis ca. 28 ct/kWh
- COP 4,0 bei 35 °C Vorlauf
- Effizienteste Kombination mit FBH
Fernwärme
- Arbeitspreis ca. 9 bis 12 ct/kWh
- Grundpreis je nach Anbieter
- Keine eigene Wartung nötig
Zum Vergleich: Heizkörper mit Gasbrennwert benötigen bei gleicher Wohnfläche ca. 12.000 bis 14.000 kWh/Jahr, weil die höhere Vorlauftemperatur (55 bis 70 °C) zu größeren Verlusten führt. Die Fußbodenheizung spart allein durch die niedrige Vorlauftemperatur 15 bis 25 % Energie.
Wann rechnet sich die Investition?
Energieeinsparung
Niedrigere Vorlauftemperatur bedeutet weniger Wärmeverluste. In Kombination mit Wärmepumpe steigt der Effekt auf bis zu 35 %.
Amortisationszeit
Bei Nachrüstung mit Fräsverfahren und Gasbrennwert. Mit Wärmepumpe und Förderung verkürzt sich die Zeit auf 5 bis 8 Jahre.
Wertsteigerung
Eine Fußbodenheizung steigert den Immobilienwert. Käufer erwarten moderne Heiztechnik, besonders in Kombination mit Wärmepumpe.
Ohne Förderung
- Investition Nachrüstung: ca. 15.000 €
- Jährliche Einsparung: ca. 300 bis 500 €
- Amortisation: ca. 12 bis 14 Jahre
- Lebensdauer FBH: 40 bis 50 Jahre
Mit Förderung (KfW 458)
- Eigenanteil nach Förderung: ca. 5.000 bis 8.000 €
- Jährliche Einsparung: ca. 500 bis 800 €
- Amortisation: ca. 5 bis 8 Jahre
- Zusätzlich: höherer Immobilienwert
Fragen zu den Kosten
Was kostet es bei Ihnen konkret?
Richtwerte helfen bei der Orientierung. Für einen belastbaren Preis brauchen wir den Bestand. Bestandsaufnahme, Systemempfehlung und Fördermittelcheck: kostenlos und unverbindlich.