
Infrarot- Fußbodenheizung
Infrarot-Flächenheizung als Alternative zur konventionellen Fußbodenheizung: Dünne Heizfolien unter dem Bodenbelag, kein Heizungsanschluss nötig, ideal für einzelne Räume und Komfortzonen.
So funktioniert Infrarot-Bodenheizung
Infrarot-Heizfolien oder Heizmatten werden direkt unter dem Bodenbelag verlegt. Sie erzeugen Infrarotstrahlung, die Objekte und Oberflächen im Raum direkt erwärmt, ohne zunächst die Luft aufzuheizen. Die Wärme strahlt von unten in den Raum und sorgt für ein angenehmes Fußwärme-Gefühl.
Heizfolie unter dem Bodenbelag
Dünne Heizfolien (ca. 0,3–1 mm) werden auf dem Untergrund ausgerollt und mit dem Bodenbelag abgedeckt. Kein Eingriff in den Estrich notwendig.
Infrarotstrahlung entsteht
Beim Einschalten erzeugt die Folie Infrarotstrahlung. Diese durchdringt den Bodenbelag und erwärmt direkt, was sie trifft: Möbel, Wände, Personen.
Direkte Objekterwärmung
Anders als konvektive Heizungen wird nicht zuerst die Luft erwärmt. Die gespeicherte Wärme in Oberflächen gibt sie langsam wieder ab.
Thermostat regelt den Betrieb
Ein Raumthermostat steuert die Heizfolie. Viele Modelle sind programmierbar oder per App steuerbar, um Strom zu sparen.
Wie Infrarot-Flächenheizung funktioniert
Ultradünner Aufbau
Heizfolien werden direkt auf dem vorhandenen Untergrund verlegt. Kein Eingriff in den Estrich, kein Höhenverlust im Raum.
Carbonleiter-Technologie
Eingearbeitete Carbonleiter wandeln Strom in Infrarotstrahlung um. Objekte und Personen werden direkt erwärmt, nicht die Luft.
Rein elektrisch
Kein Verteiler, keine Rohre, keine Pumpe. Nur Folie ausrollen, Strom anschließen und Thermostat montieren.
Direkte Objekterwärmung
Infrarotstrahlung funktioniert wie Sonnenwärme: Boden, Möbel und Wände nehmen die Wärme auf und geben sie gleichmäßig ab.
Leistung nach Dämmstandard
Gut gedämmte Räume: 100 bis 130 W/m². Altbauten ohne Dämmung: 150 bis 200 W/m². Die Planung bestimmt die richtige Folie.
Keine Verlegung unter Möbeln
Schwere, feste Möbel verursachen Wärmestau. Die Folienfläche muss im Vorfeld exakt geplant werden.
Infrarot vs. wassergeführte FBH
Beide Systeme haben ihre Stärken. Welches passt, hängt vom Anwendungsfall ab.
Für ganze Wohnungen als Hauptheizung ist die wassergeführte Fußbodenheizung klar im Vorteil. Infrarot lohnt sich dort, wo kein Anschluss ans zentrale System möglich oder gewünscht ist.
Infrarot als Hauptheizung? Ein Realitätscheck
Infrarot-Betriebskosten
Infrarotfolien heizen mit Strom. Bei aktuellen Tarifen liegen die Kosten bei 30 bis 35 Cent pro Kilowattstunde Wärme.
Wärmepumpe im Vergleich
Eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung kommt auf 7 bis 10 Cent pro Kilowattstunde. Das ist drei bis vier Mal günstiger.
Rechenbeispiel EFH
Bei 10.000 kWh Jahresbedarf: Infrarot ca. 3.000 bis 3.500 € Strom. Wärmepumpe nur 700 bis 1.000 €. Differenz über 10 Jahre: 20.000 €+.
Lohnt sich Infrarot für Ihren Fall?
Bad, 30 min morgens
Kleine Fläche, kurze Laufzeit. Stromkosten fallen kaum ins Gewicht, Komfort sofort spürbar.
Keller ohne Heizanschluss
Kein baulicher Aufwand nötig. Schnelle Wärme auf Knopfdruck bei niedrigen Anschaffungskosten.
Ganzes Haus als Hauptheizung
Stromkosten summieren sich auf 3.000+ € jährlich. Keine BEG-Förderung möglich. Wärmepumpe klar wirtschaftlicher.
Unser Rat: Prüfen Sie Infrarot für einzelne Räume und kurze Betriebszeiten. Für die Beheizung eines ganzen Hauses in NRW ist eine wassergeführte Fußbodenheizung die wirtschaftlichere Wahl. Gerne beraten wir Sie, welches System für Ihre Situation passt.
Wann ist Infrarot sinnvoll?
Komfortzonen Bad und Küche
Der Klassiker: Ein warmer Boden im Badezimmer morgens, ohne dass das gesamte Heizungssystem hochläuft. Auch Küchen und Flure profitieren.
Räume ohne Heizungsanschluss
Kellerräume, ausgebaute Dachböden oder Anbauten ohne Heizungsrohre lassen sich mit Infrarot beheizen, ohne aufwendige Leitungsführung.
Nachrüstung ohne Baumaßnahmen
Infrarotfolien werden einfach unter den neuen Bodenbelag gelegt. Kein Aufstemmen, kein Fräsen, keine Trocknungszeiten.
Ferienwohnungen
Bei seltener Nutzung lohnt sich keine wassergeführte Heizung. Infrarot lässt sich schnell einschalten und schnell wieder ausschalten.
Zusatzheizung
Als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung: einzelne Räume gezielt aufheizen, ohne das zentrale System zu beanspruchen.
Schnelle Reaktion gewünscht
Infrarot heizt in Minuten auf. Wer den Raum selten nutzt und schnelle Wärme braucht, profitiert von der kurzen Reaktionszeit.
Wann ist Infrarot nicht empfehlenswert?
Gut geeignet
- Kleine Flächen bis ca. 20 m²
- Gelegentlich genutzte Räume
- Komfortzonen als Zusatzheizung
- Nachrüstung ohne Baumaßnahmen
- Kein Anschluss ans Heizungssystem möglich
Weniger geeignet
- Ganze Wohnungen als Hauptheizung
- Dauerhafte Nutzung auf großen Flächen
- Wenn Wärmepumpe geplant ist
- Wo Förderung wichtig ist (keine BEG-Förderung)
- Bei vorhandenem Heizungssystem mit freien Kapazitäten
Was kostet eine Infrarot-Fußbodenheizung?
Niedrige Anschaffungskosten, höhere Betriebskosten. Das sollten Sie bei der Kalkulation berücksichtigen.
* Betriebskosten bei ca. 30 Ct/kWh Strompreis und 8–10 Stunden täglichem Betrieb im Winter. Tatsächliche Kosten hängen von Dämmung und Nutzungsverhalten ab.
Fragen zur Infrarot-Fußbodenheizung
Welches System passt zu Ihnen?
Infrarot oder wassergeführt, Nachrüstung oder Neubau: Wir beraten Sie unabhängig und zeigen Ihnen, welche Lösung für Ihren konkreten Fall sinnvoll ist.