Optimierung

Hydraulischer Abgleich Fußbodenheizung

Pflicht nach §60c GEG und Grundlage für alle Förderanträge. Beim Verfahren B nach DIN EN 12831 berechnen wir die Heizlast raumweise und stellen jeden Heizkreis präzise ein.

Pflicht nach §60c GEG
Verfahren B nach DIN EN 12831
500–1.200 € pauschal
Das Problem

Warum ist der Abgleich notwendig?

Ohne hydraulischen Abgleich fließt das Heizwasser immer den Weg des geringsten Widerstands. Heizkreise nahe am Verteiler werden überversorgt und zu warm, entfernte Kreise bekommen zu wenig Wasser und bleiben kalt. Das System kämpft gegen sich selbst, die Heizung läuft mit unnötig hoher Vorlauftemperatur, und der Energieverbrauch steigt.

Ohne Abgleich

  • Ungleichmäßige Wärmeverteilung im Haus
  • Einzelne Räume dauerhaft überheizt
  • Entfernte Heizkreise bleiben kalt
  • Hohe Vorlauftemperatur nötig
  • Erhöhter Energieverbrauch und höhere Heizkosten

Mit Abgleich (Verfahren B)

  • Jeder Raum erhält genau die berechnete Wärmemenge
  • Gleichmäßige Temperaturen in allen Räumen
  • Niedrigere Vorlauftemperatur möglich
  • Optimale Effizienz der Wärmepumpe
  • Voraussetzung für KfW und BAFA Förderung
Problemanalyse

Was passiert ohne hydraulischen Abgleich?

Ungleiche Wärme

Kurze Heizkreise erhalten zu viel Wasser, lange zu wenig. Einzelne Räume werden zu warm, andere erreichen die Solltemperatur nicht.

  • Gleichmäßige Raumtemperaturen
  • Komfort in allen Räumen
  • Lösbar durch Verfahren B

Höhere Vorlauftemperatur

Unterversorgte Räume werden durch Anheben der Vorlauftemperatur kompensiert. Jedes Grad mehr kostet 2 bis 3 % Effizienz bei Wärmepumpen.

  • Optimale Wärmepumpen-Effizienz
  • Niedrige Stromkosten
  • Lösbar durch Verfahren B

Geräusche und Verschleiß

Überströmte Kreise erzeugen hörbares Pfeifen an den Ventilen. Die Umwälzpumpe arbeitet mit unnötig hoher Leistung und verschleißt schneller.

  • Geräuschfreier Betrieb
  • Lange Pumpen-Lebensdauer
  • Lösbar durch Verfahren B

Die Lösung

Ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B stellt die Durchflussmengen auf Basis der berechneten Heizlast je Raum ein und beseitigt alle drei Probleme.

Verfahren im Vergleich

Verfahren A vs. Verfahren B

Verfahren A
  • Schnell und günstig umsetzbar
  • Vereinfachte Schätzung der Durchflussmengen
  • Keine raumweise Heizlastberechnung
  • Weniger präzise Einstellung
  • Nicht förderfähig (BAFA, KfW)
  • Nicht ausreichend bei Fußbodenheizungen
Verfahren B (Standard)
  • Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
  • Softwaregestützte Berechnung aller Heizkreise
  • Präzise Einstellung der Durchflussmengen
  • Pflicht bei Fußbodenheizungen
  • Förderfähig über BAFA BEG-EM und KfW 458
  • Vollständige Dokumentation und Protokoll
Technischer Hintergrund

So funktioniert Verfahren B im Detail

Heizlastberechnung nach DIN EN 12831

Jeder Raum wird einzeln berechnet: Transmissionsverluste durch Wände, Fenster und Dach plus Lüftungswärmeverluste. Für NRW gilt eine Norm-Außentemperatur von minus 10 bis minus 12 °C.

Präzise Volumenstrom-Berechnung

Aus der Heizlast ergibt sich der Soll-Volumenstrom pro Heizkreis. Bei 5 Kelvin Spreizung und 800 Watt beträgt er etwa 2,3 l/min. Dieser Wert wird am Verteiler eingestellt und dokumentiert.

Gesetzliche Pflicht und Förderung

§60c GEG schreibt Verfahren B bei Neuinstallation oder wesentlicher Änderung vor. BAFA BEG-EM und KfW 458 fordern das vollständige Protokoll mit raumweiser Heizlastberechnung.

Verfahren B statt A

Verfahren A arbeitet mit pauschalen Schätzwerten. Verfahren B liefert die nötige Präzision für Fußbodenheizungen und ist bei Förderanträgen Pflicht.

Ablauf

So läuft der Abgleich ab

1

Bestandsaufnahme

Aufnahme aller Heizkreise, Rohrlängen und Raumgrößen. Erfassung des Wärmeerzeugers und der vorhandenen Einstellungen am Verteiler.

2

Heizlastberechnung

Raumweise Berechnung der Heizlast nach DIN EN 12831. Grundlage für die exakte Sollmenge je Heizkreis.

3

Einstellung am Verteiler

Einstellung der Durchflussmengen an den Heizkreisverteilern gemäß Berechnung. Abgleich mit dem tatsächlichen Volumenstrom.

4

Protokollierung

Vollständige Dokumentation aller Messwerte und Einstellungen. Das Protokoll ist Pflichtunterlage für Förderanträge.

Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs übernimmt ein SHK-Fachbetrieb mit entsprechender Berechnungssoftware. Die raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erfordert detaillierte Kenntnisse über die Gebäudehülle, Fensterflächen und den Wärmebedarf pro Raum. Nur auf dieser Grundlage lassen sich die Durchflussmengen am Verteiler korrekt einstellen.

GEG und Förderung

Pflicht und Förderung

§60c GEG Pflicht

Bei Neuinstallation einer Fußbodenheizung ist der hydraulische Abgleich nach §60c GEG gesetzlich vorgeschrieben. Die Pflicht gilt für alle Neubauten und Sanierungen mit neuem Heizsystem.

BAFA BEG-EM

Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (Einzelmaßnahmen) förderfähig. Der Zuschuss beträgt 15 % der förderfähigen Kosten.

KfW 458

Im Rahmen des KfW-Heizungsförderantrags (458) ist Verfahren B Pflichtbestandteil. Ohne nachgewiesenen hydraulischen Abgleich wird der Antrag abgelehnt.

iSFP-Bonus

Wer die Maßnahme auf Basis eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) durchführt, erhält einen zusätzlichen Bonus von 5 % auf den Fördersatz.

Energieberater erforderlich

Für Förderanträge muss ein zugelassener Energieberater (BEG-Listung) den Antrag stellen und den Abgleich nach Verfahren B bestätigen.

Dokumentationspflicht

Nach Abschluss des Abgleichs ist ein vollständiges Protokoll zu erstellen. Es enthält alle Messwerte, Einstellwerte und die Heizlastberechnung je Raum.

Kosten

Was kostet der hydraulische Abgleich?

Pauschale nach Anzahl der Heizkreise und Räume. Die Kosten sind über BAFA BEG-EM förderfähig.

Hydraulischer Abgleich Verfahren B500–1.200 €
davon förderfähig über BAFA (15 %)75–180 €
Heizlastberechnung nach DIN EN 12831im Pauschalpreis enthalten
Dokumentation und Protokollim Pauschalpreis enthalten
Effektiver Eigenanteil (nach BAFA)425–1.020 €

* Alle Preise sind Richtwerte inkl. MwSt. Der tatsächliche Preis hängt von der Anzahl der Heizkreise und Räume ab. Förderung setzt einen BAFA-Antrag vor Maßnahmenbeginn voraus.

Häufige Fragen

Fragen zum hydraulischen Abgleich

Hydraulischen Abgleich anfragen

Wir übernehmen Bestandsaufnahme, Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, Einstellung am Verteiler und die vollständige Dokumentation für Ihren Förderantrag.